Vereine und Fans entdecken das Internet-Radio

Immer mehr Clubs und Communities gehen mit Flatcast interaktiv „on Air“

Ein kleines Fürther Unternehmen stellt mit einer innovativen Technologie das Radio auf den Kopf: Die 1 mal 1 Software GmbH macht mit „Flatcast“ das ehemalige Massenmedium Radio interaktiv und damit vor allem für Communities attraktiv. Flatcast-Hörer können zugleich mit anderen Usern chatten oder mit dem Moderator kommunizieren. Beispielsweise überträgt die Fanbetreuung der Offenbacher Kicker alle Spiele des OFC live und diskutiert in den Pausen und nach den Spielen im Chat mit den Fans, Motorradclubs hören ihre Lieblingssounds und planen dabei ihre nächsten Touren, kleine Veranstalter senden direkt aus der Kneipe, osteuropäische Musiker übertragen kultige Sessions aus dem Wohnzimmer...

Fürth/Bay., Juli 2008 - Flatcast ist eine Software, die in den Internetbwowser integriert ist. Gleich nach der Installation kann man auf www.flatcast.de aus unzähligen Sendungen auswählen oder einen eigenen Radiosender eröffnen - und das kostenlos!

Bereits über 10.000 Radiomacher aus mehreren Ländern verwenden Flatcast für ihr Internetradio, bislang kommt der größte Teil der Flatcast-Sender aus Deutschland, der Türkei und aus Osteuropa. Täglich sind bereits bis zu 4.000 Sendungen gleichzeitig "on Air". Mehr als zweieinhalb Millionen Nutzer steigen regelmäßig in ihre persönlichen Flatcast-Lieblingssendungen ein und gestalten dabei ihren akustischen Raum mit, indem sie Musikwünsche abgeben oder Meinungen und Informationen austauschen. „Wir stellen unsere Technologie für Privatnutzer kostenlos zur Verfügung, da wir uns ausschließlich über Werbung finanzieren“, betont die Geschäftsführung der 1 mal 1 Software GmbH. „Allerdings sind die Radiomacher verpflichtet, urheberrechtliche Regelungen einzuhalten. Die bedeutet bespielsweise für deutsche Sender, dass im Regelfall GEMA- und GVL-Gebühren abzuführen sind. Bei kleinen Sendern sind das überschaubare Größenordnungen.“

Internetradio boomt
Mit Flatcast schießen kleine Internetradios wie Pilze aus dem Boden – denn jeder, der wenigstens einen PC, einen ISDN-Anschluss und eine eigene Homepage besitzt, kann jetzt auch ein eigenes Internetradio aufmachen. Meist sind es Vereine, Fanclubs oder Freundeskreise, die ihren kleinen akustischen Raum im Netz gestalten, aber auch große Sender sind darunter, beispielsweise speisen einige südafrikanische, kommerzielle Radiostationen ihre Sendungen mit Flatcast ins Internet ein. Die meisten User stehen ihrem Sender sehr nahe und kommen regelmäßig, um ihren Sound zu hören und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ein oder mehrere Moderatoren senden teilweise rund um die Uhr, spielen Musik, moderieren Diskussionen und gehen auf Vorlieben ihrer Gäste ein - beim Internetradio ist man kein bloßer Hörer mehr, sondern wird selbst als Gast in der Sendung aktiv. Gerne nutzen die Sender die vielfältigen Multimedia-Möglichkeiten von Flatcast, wie z.B. Bilder oder Webcams einzubinden, oder eigene Diashows zu präsentieren. Auch bei der Gestaltung der eigenen Seite gibt es kaum Einschränkungen – das Flatcast-Plugin kann an beliebigen Stellen einer Site eingebunden werden.

Sportübertragungen mit Flatcast - am Beispiel des OFC-Fanradios
Flatcast bietet gerade für Sportvereine ungeahnte Möglichkeiten der Kommunikation und lässt sie unabhängig von öffentlichen oder privaten Sendern zu Berichterstattern in eigener Sache werden. Die Fanbetreuung der Offenbacher Kickers (www.ofc.de) beispielsweise betreibt seit Ende 2006 ein offizielles OFC-Fanradio mit Hilfe der Flatcast-Technologie. „Wir benötigen keine Streaming-Technologie und keinen Server, sondern senden ganz einfach über einen Laptop mit UMTS Karte vom Stadion aus“, erläutert Lars Kissner, Heim- und Auswärtskommentator des OFC Fanradios. Mittlerweile schalten sich mehr oder weniger regelmäßig über 2.000 Hörer ein. Neben den beliebten Live-Übertragungen der Ligaspiele sind auch die Podcasts des OFC-Fanradios heiß begehrt und werden nach den Spielen nicht selten von über 1.300 Hörern heruntergeladen.

Besonders gut kommt bei den Fans an, dass ihre Spiele durchweg „auf Augenhöhe“ kommentiert werden, d.h. die Reporter beschreiben das Spielgeschehen sehr detailliert - auch außerhalb des Strafraums -, wodurch sich ein umfassendes, authentisches Bild ergibt. „Viele Blinde schätzen unsere Berichterstattung, weil wir - anders als die klassische Radioberichterstattung - auch auf scheinbar nebensächliche Ereignisse eingehen“, so Kissner. Von herkömmlichen Radiosendungen unterscheidet sich das Fanradio auch insofern, als Hörer aus allen fünf Kontinenten live dabei sind. Die Interaktion via E-Mail und Chat wird von vielen Hörern lebhaft genutzt. Ganz nebenbei entstehen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg, während der Sendungen haben sich schon manche Paare gefunden. „You´ll never walk alone“ ist denn auch das Motto der Moderatoren, wenn sie E-Mails von Hörern bekommen, die gerade im Stau sitzen und die Sendung über ihren Laptop verfolgen oder wenn z.B. Freundschaften zwischen Hörern aus Tansania und Frankreich geschlossen werden.

Zwar wird während der Spiele die Chat-Funktion ausgeschaltet, doch können die Hörer über E-Mail Kontakt zu den Moderatoren aufnehmen und Fragen stellen oder Kommentare beisteuern. In den Pausen und nach den Spielen wird rege im Chat diskutiert. Zusätzlich zu den Live-Übertragungen entstehen weitere Sendeformate wie Interviews oder Übertragungen von Pressekonferenzen. Ein begehrtes Highlight ist die Montagssendung „sachemaa“, bei der sich Spieler, Trainer oder Manager den Fragen der Community stellen. Diese Interviews werden mehrere Tage vorher angekündigt, damit die Fans rechtzeitig Fragen an die Redaktion mailen können, die der Moderator dann ungeschminkt an seinen Interviewpartner weitergibt. Die Hörer können während der Sendung per E-Mail weitere Fragen stellen und gegebenenfalls intensiv nachhaken.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten von Flatcast
„Unsere Technologie ist momentan vor allem bei Radioamateuren angesagt, die aus Spaß an der Freud Musik senden und dabei mit Freunden chatten wollen. Doch sehen wir uns nicht nur im Hobby- oder semiprofessionellen Bereich, denn auch für professionelle Sender ist diese kostengünstige und hocheffektive Technik interessant. Es ist kein Streaming-Server erforderlich, da die Daten über die Nutzer verteilt werden. In einem Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch Dienste zur Verfügung stellen. So lassen sich Töne und Bilder in hoher Qualität und in Echtzeit über das Internet senden. Für alle, die professionell kommunizieren, ist das eine attraktive Option. Im Rahmen der Unternehmenskommunikation oder für die Übertragung von Live-Veranstaltungen ergeben sich hier ganz neue Möglichkeiten“, erläutern Dr. Ulrich Margull und Johannes Welck, die Geschäftsführer der 1 mal 1 Software GmbH.

das babylonexperiment

Eine Auftragsoper des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg

Im Rahmen des Internationalen KammermusikFestivals Nürnberg gibt es auch im Jahr 2008 wieder ein großes Opernprojekt mit dem Titel "das babylonexperiment". In diesem schulartübergreifend angelegten Projekt nehmen Schüler aus der Metropolregion (Nürnberg / Fürth / Roth) – vor allem mit Migrationshintergrund – am Entstehungsprozess und der Aufführung einer Oper teil. Unter professioneller Leitung des Dramaturgen und Autors Michael Kerstan und des Komponisten Matthew King erarbeiten die Schüler das Libretto und die Komposition.

Parallel dazu beschäftigen sich Gruppen von Kindern und Jugendlichen bildnerisch mit dem Turmbau zu Babel. Während des Kammermusikfestivals werden die Arbeitsergebnisse der Gruppen im Auditorium des Neuen Museums in einer Ausstellung zu sehen sein.

Die Oper "das babylonexperiment" wird auf dem Klarissenplatz vor der Kulisse des Neuen Museums uraufgeführt - am Freitag, 19. September, 20.00 Uhr und am Samstag, 20. September, 15.00 & 20.00 Uhr

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Illustration von Francesco Gallé zu „das babylonexperiment“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Integrationsfähigkeit in Deutschland stellen sich die Initiatoren der Herausforderung, den Prozess der Integration aktiv mitzugestalten. Ziele dieses städte-, länder- und schulübergreifenden Projektes sind die Entwicklung der kulturellen Bildung der Kinder und Jugendlichen durch Vermittlung und Aneignung kultureller und künstlerischer Ausdrucksformen sowie Ermutigung und Befähigung zur aktiven Teilnahme am allgemeinen Leben als Heranwachsende.

Das babylonexperiment ist ein innovatives kulturelles Projekt, das die Bedeutung der Integration für die Kulturentwicklung beispielhaft werden lässt. Als Opernprojekt von Jugendlichen für Jugendliche ist es ein modellhaftes Vorhaben, das Impulse geben kann für die Entwicklung soziokultureller Konzepte in unseren Schulen durch die Zusammenarbeit von professionellen Musikern, Künstlern und Autoren. Jeder kennt die Geschichte vom Turmbau zu Babel, vom Streben nach ganz oben und der daraus resultierenden Sprachverwirrung.

Uns Mitteleuropäern aus dem Alten Testament geläufig, kommen diese Motive in zahlreichen Kulturkreisen vor, im Islam wie im Judentum, in asiatischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Kulturen. Das Internationale KammermusikFestival Nürnberg hat sich diesen Stoff für sein siebtes Jahr zu eigen gemacht und Matthew King (Musik) und Michael Kerstan (Libretto) beauftragt, daraus ein Stück Musiktheater zu entwickeln, das der kulturellen Vielfalt der Metropolregion Nürnberg gerecht wird. Mit Haupt- und Realschülern, Gymnasiasten und Heimkindern arbeitet der Autor über diese faszinierend komplexen Motive: Was bedeutet es, nach oben zu streben, den Boden zu verlassen, Zeichen in der Höhe zu setzen, und was, plötzlich nicht mehr dieselbe Sprache zu sprechen, sich nicht mehr zu verstehen, Missverständnisse zu erfahren, Zusammenarbeit als unmöglich zu erleben? Warum ist das so, und was entsteht daraus, wenn nicht Hass und Vernichtung? Das Werk verspricht eine radikal heutige und junge Sicht auf den alten Mythos. Die Jugendlichen, die an der Gestaltung des Librettos mitwirken, können auf diese Weise Erfahrungen ihrer eigenen Lebenswelt und ihre Befindlichkeiten einbringen, was dem Libretto Aktualität, Authentizität und Brisanz verleiht. Dafür sorgt auch die Musik, die Matthew King ebenfalls in Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Nürnberg, Fürth und Roth entwickelt und die zwischen Kurt Weill und der englischen Musiksprache des 20. Jahrhunderts eine ganz eigene Handschrift findet.

Durch die Mitwirkung eines in klassischer Musik geschulten Komponisten verbleibt das ästhetische Geschehen nicht auf einer Ebene der Jugendkultur, sondern erlangt sowohl eine interkulturelle als auch eine hochkulturelle Dimension. Integration ist nicht Thema, es wird von den beteiligten Schülern mit diesem Projekt erfahren. Das Vorhaben trägt zur Völkerverständigung und zum vorurteilsfreien Umgang zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bei.

WORKSHOP zum babylonexperiment: Schüler mit FRANCES PAPPAS
(Foto: KammermusikFestival)

Zeitplan der Proben (Presse herzlich willkommen):
  • Montag , 9.6. nachmittags getrennt in RS Roth und in Preisslerschule
  • (für alle Nürnberger und Fürther)
  • Montag, 16.6. nachmittags in RS Roth und in Preisslerschule
  • Montag, 23.6. nachmittags in RS Roth und in Preisslerschule
  • Freitag, 27.6. nachmittags in Preisslerschule für alle
  • Montag, 30.6. nachmittags in Preisslerschule für alle
  • Montag, 7.7. und 14.7. noch offen
  • vom 21. - 26.7. Probenwoche morgens von 10 - 12 Uhr und von 13 - 15 Uhr
  • ab Samstag, den 13.9. (noch in den Ferien) tägliche Proben
  • 16. - 18.9. nachmittags Proben

FOTOS VON DEN PROBEN
(hochauflösende Datei erscheint durch Klick auf das Foto)
honorarfrei/ bitte Bildquelle angeben - Fotografin: Jutta Missbach
www.opernfotografie.de/
www.buehnenfotografie.de

Aktuell arbeiten Regisseurin
Nina Kühner, Choreograf Alan Brooks, Dirigent Peter Selwyn und Kammersängerin Frances Pappas gemeinsam mit knapp 70 Schülern daran, die Oper auf die Bühne zu bringen.
Nina Kühner in Aktion

Nina Kühner und Alan Brooks

Peter Selwyn macht die Schüler mit der Musik vertraut

Alan Brooks vermittelt Musikalität und Körperbewusstsein

Faszination durch die richtige Haltung: Alan Brooks begeistert die Jugendlichen

Schult Gehör und Stimme: Frances Pappas

In welchem Rahmen bewege ich mich? Ein zentrales Motiv der Oper.


"Seht, wir bauen einen Turm!" Wir machen eine Oper für Kinder mit fast 80 Kindern und Jugendlichen. Die meisten haben noch nie eine Note gesehen und noch nie auf einer Bühne gestanden – innerhalb von 2 Wochen auf einer Open-Air-Bühne vor dem Neuen Museum – DAS ist ein Turmbau zu Babel!!!!
Um dem schwierigen und facettenreichen Stück einen "Rahmen" zu geben und eine Verbindung zwischen der Bühne und unserem wunderschönen "Bühnenbild", dem Neuen Museum, zu schaffen, haben wir den Rahmen in diesem Falle wörtlich genommen. Die Kinder haben als einziges Requisit alle einen Bilderrahmen, mit dem sie spielen werden. Dies gibt ihnen auch die Möglichkeit, ihre Entwicklung im Stück bildhaft darzustellen. Der Rahmen steht für Individualität, für Begrenzung, Einengung, aber auch für Halt und Schutz.
Auch die Sprachverwirrung, das "Sich nicht mehr verstehen", haben wir wörtlich genommen und versuchen zu zeigen, dass das nicht nur etwas mit unterschiedlichen Sprachen zu tun hat.
Zentrales Thema dieser Inszenierung ist das Individuum, unser "Platz" in der Gesellschaft, unsere persönlichen Grenzen. Die Kinder werden also nicht wirklich einen Turm bauen, sondern SIE verkörpern den Turm, das Gebilde, die Gesellschaft. Sie befinden sich am Anfang des Stückes auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Persönlichkeit, suchen sich in ihrem "Bild", suchen ihren "Rahmen", ihre Grenzen, ihre Sprache. Sie werden dann zur Masse, werden in einen "Rahmen" gepresst, werden instrumentalisiert. Dieses System, der Turm wird dann zerstört durch diejenigen, die sich über das Volk stellen und durch ihren Wahn den "Rahmen" zerstören – positiv wie auch negativ. Diese plötzliche Grenzenlosigkeit hat, wie man sehen wird, nicht nur Positives. Am Ende werden die Kinder hoffentlich feststellen, dass man auch ohne diesen Rahmen als einzigartiges Kunstwerk existieren kann – im Stück wie auch im Leben.

Nina Kühner, Regisseurin