Astronauten zur Venus

Werke aus der Sammlung Appelt

Pressetermin: Di., 22. Sep. 09, 11 Uhr

Zentrifuge, Halle 14 Auf AEG
25. September bis 22. November 2009
www.zentrifuge-nuernberg.de

Vernissage: Fr., 25.9., 19 Uhr
Es spricht Michaela Moritz
Um 20 Uhr Führung durch die Ausstellung mit Dr. Amelie Himmel

Öffnungszeiten: Mi.-Fr. 16-20 Uhr; So., 14-18 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (mit Texten von Dr. Amelie Himmel, Dr. Annegret Winter, Michaela Moritz und Latifa Habib).

Der Blick dieser Ausstellung richtet sich auf den Menschen und seine nähere gestaltete Umwelt: Werke Bildender Kunst treten in Dialog mit Objekten der Technik. Inwieweit steckt Kunst im Hardware-Zusatz eines Home-Computers - und überhaupt: Welche Analogien und Parallelen lassen sich zwischen Kunst und Computertechnik herstellen bzw. finden?

In der Zentrifuge, einer vom gemeinnützigen Verein „Zentrifuge – Kommunikation, Kunst und Kultur e.V.“ betriebene Ausstellungshalle Auf AEG (www.aufaeg.de) in Nürnberg, präsentiert der Sammler Wilfried Appelt eine ungewöhnliche, höchst subjektive Zusammenstellung seiner Sammlung: Beispiele von der Entwicklung mechanischer Rechenmaschinen bis zu den Anfängen der Home-Computer treffen auf ausgewählte Werke zeitgenössischer bildender Kunst. Nur auf den ersten Blick unvereinbare Bereiche treten in lebendige Beziehung zueinander: Technik und Erfindungen von ersten industriell gefertigten mechanischen Rechenmaschinen des 19. Jhdts bis zu Konrad Zuse (dem Erfinder des Computers, hier als Maler), bildnerische Kommentare und Ideen von Peter Angermann bis Reiner Zitta als Ausschnitte aus einem Who is Who der fränkischen Kunstszene.

Es geht bei dieser Ausstellung um die ästhetische Verbundenheit von Denken und Gebrauchen, von Denken und Werkzeug - letztlich um die Emotionalisierung der mechanischen Idee.

Eine Ausstellung mit Arbeiten von: Werner Alt, Peter Angermann, Reiner Bergmann, Bodo Boden, Kevin Coyne, Cornelia Effner, Peter Engel, Harro Frey, Peter Hammer, Jan Eric Hauber, Anette Huschka-Weinberg, Alfons Janke, Thomas Kapielski, Johannes Kersting, Werner Knaupp, Anne Meindl, Andreas Oehlert, Gerlinde Pistner, Eva von Platen, Dan Reeder, Marcus Renner, Hans Peter Reuter, Gerhard Rießbeck, Wolf Sakowski, Harri Schemm, Renate Sellesnick, Anne Sterzbach, Johann Sturcz, Franz Vornberger, Fredder Wanoth, Thomas Wrede, Julia Wiedemann, Reiner Zitta, Konrad Zuse

In der Ausstellung gezeigte Rechenmaschinen und -geräte: Comptometer (patentiert 1887): Exemplar mit Holzgehäuse, Dokument zur Industriegeschichte: „Erste Rechenmaschine, die in der Firma (i.e. Schuhfabriken BALLY) verwendet worden ist, wurde aus Amerika durch Herrn Arthur Bally im Jahre 1893 gebracht. War im Betrieb bis Nov. 1917.“ // Rechenmaschine speziell für Multiplikationen: ‘Millionär’ (1893) // CURTA (kleinste je gebaute mechanische Rechenmaschine, produziert ab 1947): zwei Exemplare und zwei Schnittmodelle. / Apple-Computer: Apple II (1977), LISA (1983, graphische Benutzeroberfläche, Maussteuerung), Macintosh (1984, kompakt), iMac (1998, kompakt, farbig, halbdurchscheinendes Gehäuse), iBook G3 (1999, Clamshell, farbig), iBook G4 (2003, weiß), iMac G5 (2004, Rechner hinter dem Display). // „Portable“ und andere: Experimentiermodell (1976), Osborne (1980), Commodore PET (1977) - SX64 (1983) - 8296 (1982) - C64 (1982), Tandy(1977), Compaq Portable (1982) // Mechanik und Elektronik in den 70ern: Olivetti divisumma 26 (mechanisch), Olympia RAE (Röhren-Anzeige), Friden 160 (Kathodenstrahl-Anzeige), Olivetti divisumma 28 (3 Varianten, Gummi-Oberfläche) // Rechenmaschine speziell für Multiplikationen: ‘Millionär’ (1893) // Computer SHARP MZ-80 steuert Hardware-Zusatz ‘Eier-Maschine’ (Labormodell, 1982) // Ferritkernspeicher-Block (1972) und verdrahtetes Dioden-PROM (1975). // 5 analoge Geräte: Rechenwalze, -scheibe, -schieber (20. Jhdt)


Das Sammlerpaar Wilfried und Renate (†) Appelt
Wilfried Appelt und seine mittlerweile verstorbene Frau Renate waren über Jahrzehnte ein begeistertes Sammlerpaar. Sie sammelten mit ihren jeweils eigenen Vorlieben und Kenntnissen, sie sammelten aus Liebe, aus Trotz, aus Ergriffenheit, aus Neugier, aus Begeisterung, aus Bewunderung. Vieles ist dabei, was damals kaum Beachtung fand und im Laufe der Jahre an Wert reifte. Im Bereich der Kunst hat die Sammlung Appelt heute ein Who is Who der fränkischen Kunstszene zu bieten – mit Arbeiten u.a. von Hans-Peter Reuter, Franz Vornberger, Clemens Heinl, Harri Schemm, Peter Hammer, Michael Munding, Werner Knaupp, Otmar Hörl oder Peter Angermann. Darüber hinaus sammelte Renate Appelt auch über mehrere Jahrzehnte hinweg Porzellanfiguren, während sich Wilfried Appelt für Rechenmaschinen begeisterte.

Begleitende Veranstaltungen während der Ausstellung

Matinee:
So., 4.10.09, 11–13 Uhr
Ein Computer in der Bären-Familie
Prof. Peter Angermann im Gespräch mit Wilfried Appelt, unter anderem über die Pionierzeit des persönlichen Computers und ihre Herausforderungen an den Maler.


Während der Langen Nacht der Wissenschaften:
Sa., 24.10.09, 18-01.00 Uhr
Führungen sowie Demonstrationen an der Schickard-Maschine: In einer Sonderpräsentation erfahren die Besucher de Langen Nacht der Wissenschaften an einem der seltenen Nachbauten der ersten Rechenmaschine, die von W. Schickard 1624 konstruiert wurde, wie sich Tendenzen des neuzeitlichen mechanischen Rechnens entwickelten (Leihgabe von Werner Starzl).
www.nacht-der-wissenschaften.de