Buchvorstellung: "Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation"

3.2.2011, 19 Uhr
Zentrifuge (Halle 14 Auf AEG), Muggenhofer Str, 141, 90429 Nürnberg

"Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation" von Horst Müller (Hg.) ist der dritte Band in der Reihe "Studien zur Philosophie und Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis". Im Mittelpunkt stehen Fragen einer
praxisphilosophisch und wirtschaftswissenschaftlich fundierten Systemalternative und möglichen gesellschaftlichen Transformation.

Horst Müller (Hg.):
Von der Systemkritik zur gesellschaftlichen Transformation
BoD-Verlag, Norderstedt 2010 (360 S. / 22,90 €)
Autoren:
Michael Brie, Berlin / Günter Buchholz, Hannover / Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, Kassel / Fernand Guelf, Luxemburg / Rainer Fischbach, Berlin / Horst Müller, Nürnberg / Andreas Willnow, Leipzig
ISBN 978-3-8391-8822-4

Die Systemkrisen des 21. Jahrhunderts signalisieren den Eintritt in eine Periode des formationellen Übergangs. Kritische Gesellschaftstheorie nimmt jetzt die Gestalt einer umgreifenden Transformationsforschung (Michael Brie) an. In der Reaktivierung der Marxschen Philosophie der Praxis (Schmied-Kowarzik) und Weiterentwicklung der praxistheoretischen Wissenschaftskonzeption (Horst Müller) liegen entscheidende Schlüssel für das Begreifen der gesellschaftlichen Situation und für die Wegbahnung zu einer solidarischen Kommunität. Dabei ist die Auseinandersetzung mit den wirtschafts- und gesellschaftstheoretischen Ansätzen von Neoklassik, Marx und Keynes, insbesondere die Klärung des Verhältnisses von Staat und Ökonomie (Günter Buchholz) unumgänglich.

Schließlich steht die Wissenschaft der politischen Ökonomie heute vor der Aufgabe, durch wert-, reproduktions- und praxistheoretische Analysen eine Systemalternative im Sinne einer Ökonomie des Gemeinwesens (Horst Müller) zu identifizieren, die aus dem Bestehenden freigesetzt werden kann. Einzelne gesellschaftliche Reformprojekte (Andreas Willnow), hier die Wertschöpfungssteuer oder das Grundeinkommen, müssen im Hinblick auf ihre Fundierung und ihr transformatorisches Potential befragt werden. Besondere Bedeutung kommt der kommunalen Ebene, der urbanen Praxis als basalem Raum gesellschaftlicher Lebenswirklichkeit zu. Kann dort, entgegen den Entfremdungen, eine kreative Praxis in kulturrevolutionärer Perspektive (Fernand Guelf) freigesetzt werden? Worin liegt, auch mit Blick auf globale Prozesse der Verstädterung, die Zukunft der Stadt (Rainer Fischbach)?

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Interview mit Horst Müller bei Telepolis:

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