PILOT Magazin

Die vierte Ausgabe des Zentrifuge Magazins PILOT stellt erneut Menschen, Projekte und Initiativen vor, die mit schöpferischer Kraft zu tun haben – sei dies in entwicklungspolitischer (bayernkreativ) oder räumlicher Hinsicht (Z-Bau) oder sei dies in künstlerisch schaffender Form (siehe die Portraits und Interviews mit den KünstlerInnen in diesem Heft).
Natürlich vermitteln wir in dieser Publikation auch Ideen und Aktivitäten der Zentrifuge – aktuell berichten wir über unser Projekt „Forschende Kunst“ und über die Veranstaltung „HORIZONTE 2050“.



HORIZONTE 2050



Am 20. Oktober 2015 realisierte die Zentrifuge gemeinsam mit „Partner für die Eine Welt – die Hilfswerke der katholischen Kirche“ eine neuartige Veranstaltung im Z-Bau Nürnberg – eine Kombination aus Symposium, Netzwerkveranstaltung und Kunst-Event: „HORIZONTE 2050 – Gemeinsam Handeln in der Welt“ brachte 60 Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Lebensbereichen und Arbeitsfeldern zusammen mit dem Ziel, sich anders als gewöhnlich als handelnde Wesen in der Welt wahrzunehmen, zu begegnen und auszutauschen. Es ging dabei um die Einübung einer Sensibilität für das, was uns im Augenblick begegnet und wie wir uns darauf auf anders als gewohnte Weise einstellen und einlassen können.
Der Blick auf eine durch uns gestalt- und lebbare Zukunft erfordert eine grundlegende Umorientierung, eine Änderung selbstverständlicher Haltungen und eine Öffnung für ein Geschehen, das und in dem wir schon immer sind, was wir aber gegenwärtig noch nicht erfassen, höchstens erahnen können - HORIZONTE 2050 als Ausdruck einer gemeinsamen Suche nach Möglichkeiten der Weltgestaltung, abseits von konventionellen Vorstellungen oder Ritualen. Wir wählten dafür eine Mischung aus Konferenz und Kunsterleben.

Stimmen von TeilnehmerInnen:
„Der Abend im Z-Bau bei der Veranstaltung "Horizonte 2050" war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Eine Achterbahn der Eindrücke; unkonventionell, abwechslungsreich, spannend, sehr informativ, fantasiereich, künstlerisch, gut organisiert und reich an Individualisten! Ein unvergesslicher Genuss für Geist und Magen... (denn das Buffet war ebenso ungewöhnlich wie außergewöhnlich gut). Gute Gespräche mit interessanten Menschen. Entstehen neuer Ideen und Projekte. Es schreit nach Fortsetzung. Nochmals herzlichen Dank!“
Patrizia Arrigo-Daumenlang

Dipl.-Kommunikations-Designerin, Kunst/Fotografie


„Die Kooperation von "Zentrifuge", als kunstzentrierte Gesellschaftsförderungsplattform mit den Hilfswerken der katholischen Kirche birgt wertvolle Ressourcen von Kunst, Kultur und Sozialem. Sie hat das Potential als Inkubator für Ideen, Ausrichtungen und förderliche Gesellschaftskräfte zu sorgen.
Die Atmosphärenräume und Aktionen bei HORIZONTE 2050 unterstützten eine entspannte und zwanglose Haltung. Somit entstand ein Art sinnfreier Raum, der die Teilnehmer frei und ohne Druck lies. 
Genau diese Atmosphäre könnte in einem nächsten Schritt dazu genutzt werden, aktiv zu werden und sich weiter vor zu bewegen. Dann könnten Gedanken für eine Zukunft frei gelassen werden - spielerisch oder systematisch.“

Herbert van Kann
Marketingfachmann/ Markenentwickler


„Ich fand den Themen-Bogen, der durch das Programm gespannt wurde - von Beschneidung, Soziologie, Kultur, Technik, Kunst - gerade auch durch die aktiven Mitmach-Teile - und dem leiblichen Wohl mit dem Essen und Trinken nicht nur anregend und sinnvoll. Solche ganzheitlichen Ansätze wie tiefgehende körperenergetische Arbeit zu eigener Bewusstheit und körperlicher Transformation sind Bedingung für eine Änderung. Das zeigen mir meine privaten und auch beruflichen Erfahrungen der letzten vier Jahrzehnte.“ 
Gisela Satzinger
Heilpraktikerin, Coach, Körpertherapeutin



Bewegung in der Junkfood-Szene:

Die AUGUSTE zieht ins Künstlerhaus 
… und KleinAugust übernimmt die Südstadt

(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.
Gleich zwei gute Nachrichten aus der Junkfood-Szene: Die AUGUSTE zieht im Herbst 2015 von der Südstadt ins Künstlerhaus in die Räume der ehemaligen KulturWirtschaft. Damit schafft das beliebte Bio-Burger-Restaurant den lange ersehnten Sprung von der Südstadt ins Zentrum. Im alten Lokal in der Augustenstraße übernimmt "KleinAugust" die Regentschaft.

Nürnberg, September 2015 – Das 2007 in der Südstadt gegründete Premium Junkfood Restaurant AUGUSTE zieht demnächst ins Nürnberger Zentrum. Ab 15. Oktober 2015 kommt damit zum Burgerangebot in der Innenstadt ein Anbieter im Bio-Segment hinzu – alle Gerichte der AUGUSTE werden seit jeher und auch weiterhin ökologisch, regional, nachhaltig und fair hergestellt.

„Die wunderschönen denkmalgeschützten Räumlichkeiten der ehemaligen KulturWirtschaft im Künstlerhaus haben sowohl von der Größe als auch vom Ambiente exakt das richtige Format für uns“, freut sich AUGUSTE-Gründer Boris Hagel. Gespannt sein darf man auf das neue Einrichtungs- und Betriebskonzept unter dem Titel „UPCYCLING". Auch bei Design und Arbeitsklima setzt AUGUSTE auf ökologische und faire Materialien und Prozesse. Kooperationspartner bei der Planung und Umsetzung der Inneneinrichtung und des Arbeitskonzepts ist der Berliner Verein "Trial & Error e.V.".

(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.
(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.
(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.

KleinAugust in der Südstadt
Die Junkfood-Szene in der Südstadt erfährt mit dem Umzug der AUGUSTE keinen Verlust, sondern wird vielmehr um eine Innovation reicher: In den alten Räumen in der Augustenstraße übernimmt der Nachwuchs "KleinAugust" die Regentschaft und bruzzelt dort mit erfahrenem Stammpersonal weiter leckere und nachhaltige Burger - mit etwas frecherem Konzept und zu südstadtkonformen Preisen. Nach Renovierung (ab dem 5.10.) eröffnet KleinAugust am Sonntag, den 1. November 2015.

Beide Lokale werden von Tom Kretschmer und Boris Hagel mit Hilfe des Betriebssystems „Premium-OS“ gesteuert und verwaltet. Dieses System unterstützt ein nachhaltiges, faires und humanes Wirtschaften in den Bereichen "Ökologie", "Ökonomie" und "Soziales".

Auguste Premium-Junkfood
im Künstlerhaus (KunstKulturQuartier, K4)
Königstr. 93, Eingang Königstorgraben
90402 Nürnberg

Durchgehend geöffnet täglich 11:30 bis 0 Uhr (Küche bis 23 Uhr)

KleinAugust Premium-Junkfood
Augustenstr. 37
90461 Nürnberg

Offen Mittwoch-Sonntag
Mittwoch & Donnerstag: 16:30 bis 22:30
Freitag & Samstag 15:00 bis 23:00
Sonntag 12:00 bis 22:30
Küchenschluss jeweils 30 Minuten vorher

www.premium-junkfood.de


(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.

(c) Foto: Sandra Wiesthal, Trial & Error e.V.

Kooperation Zentrifuge mit kapella 19

Historisch informierte Aufführungspraxis und transparenter Orchesterklang in reinsten Tönen und ausdrucksvollster Phrasierung. "Ein einzigartig erfrischender Stil, der beim Zuhörer ungeahnte Emotionen auslöst."
Nach der von der Fachpresse sehr gelobten CD-Aufnahme von Kapella 19 im letzten Jahr finden dieses Jahr erneut zwei Konzerte des Ensembles statt - am 4. Juli in in Roßtal und am 5. Juli in Nürnberg. Zentrifuge Vorstand Otmar Potjans stellte den Kontakt zwischen seinem Heimatort Roßtal und dem Dirigenten und Zentrifuge Community Mitglied Eric Juteau her. So wird nun ein Konzert in der Roßtaler Laurentius Kirche realisiert, wobei das Projekt in vielerlei Hinsicht von der Gemeinde Roßtal unterstützt wird - u.a. durch die Vermittlung privater Übernachtungsplätze für das Ensemble oder die Einbindung von Förderern und Sponsoren.
4. Juli 2015 um 19:30, St.-Laurentius-Kirche in Roßtal
5. Juli 2015 um 17:00, St. Jakobskirche in Nürnberg
  • Étienne-Nicolas Méhul (1763-1817): Symphonie Nr. 3 in C-Dur
    Erstaufführung in Deutschland
  • Ludwig van Beethoven (1770-1827): Ouvertüre «Coriolan», op. 62
    Symphonie Nr. 2 in D-Dur, op. 36

Kapella 19 ist ein neues professionelles Ensemble aus Nürnberg, das sich darauf spezialisiert hat, Komponisten und Werke der Romantik, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, zu neuem Ruhm zu verhelfen. Die Besonderheit besteht in der Historisch informierten Aufführungspraxis, die originale Instrumente in bekannten oder weniger bekannten Werken großer Meister des 19. Jahrhunderts erklingen lässt. Das Ensemble kann sich deswegen auf dem Gebiet der Musik des 19. Jahrhunderts unter Verwendung von Originalinstrumenten in Deutschland als Pionier bezeichnen.

jetztkunst im Z-Bau (2001)

Anlässlich der umfangreichen Renovierung des Z-Baus, der im Oktober 2015 eröffnet wird, hier ein Rückblick auf die jetztkunst Ausstellung ebendort vor mittlerweile 14 Jahren:


An die 40 jetztkunst Künstler präsentierte ich 2001 ich im Rahmen einer jetztkunst Gruppenausstellung im Z-Bau. Kuratorisch wurde ich dabei von Dr. Annegret Winter unterstützt, die Initiative und Organisation lag in meinen Händen, für die Grafik war Thomas Bode zuständig. Da wir damals eine im Sommer 2001 von Kobale Immobilien zugesagte Baustelle in der Bartholomäusstraße kurzfristig nicht wie geplant bespielen konnten - das Baureferat hatte einen Baustopp und ein Betretungsverbot ausgesprochen - mussten wir kurzfristig umdisponieren und fanden mit knapp einem Monat Vorlauf Unterschlupf im Z-Bau. Knapp 2 Wochen waren wir damit beschäftigt, die dortigen noch im Dornröschenschlaf liegenden Räume im künftigen Ateliertrakt von Müll und Bauschutt zu befreien, zu putzen, zu streichen und Elektrik für die Beleuchtung zu verlegen. Dann blieben uns noch ca. 4 Tage für den Ausstellungsaufbau. Zum Glück hatten einige Künstler beherzt mit angepackt - besonders hilfreich waren Anders Theorell, der mir dabei half, über einige Tage und Nächte die Elektroleitungen zu verlegen und das Licht einzubauen. Auch erinnere ich mich, dass Volker Schildmann und Rubin Hirschbeck sehr hilfreich und engagiert waren - unter anderem packten sie beim Weißeln der Wände mit an und beim Herausschleppen von gefühlt über einer Tonne Bauschutt. Die Z-Bau GmbH hatte damals von dieser Aktion sehr profitiert, haben wir doch für sie in weiten Teilen vermüllte Räume innerhalb kürzester Zeit in einen präsentablen Atelier- und Ausstellungsbereich umfunktioniert - und das kostenlos. 
Obwohl zur Eröffnung ca. 600 Besucher kamen und auch die sonstigen Programmangebote sehr gut besucht waren, wurde leider nichts gekauft. Mein nächstes, gemeinsam mit Reinhard Knodt und Monika Teepe umgesetztes Projekt war dann 2005/06 der Kultursalon im Hauptbahnhof - ein Zwischennutz im ehemaligen Steigenberger Restaurant. Hier präsentierte ich u.a. die Künstler Frank Johannes und Pit Kinzer. Die Fläche, die über mehrere Jahre leer stand, wurde durch unsere Kulturprojekt wiederbelebt und konnte nach knapp einem Jahr wieder lukrativ vermietet werden (leider nicht an uns, da wir die von der Bahn für eine längerfristige Nutzung verlangte Miete nicht hätten zahlen können). 2008 initiierte ich dann die Zentrifuge Auf AEG, die wir fast sechs Jahre lang an diesem Standort halten konnten. 
Mit einigen jetztkunst-Künstlern (u.a. Chunqing Huang, Anders Theorell, Frank Johannes, Alexander Schräpler, Volker Schildmann, Monika Meinhart, Marvin Entholt, Christoph Haupt) hatte ich im Laufe der Jahre noch ein gutes Dutzend weiterer Ausstellungen in Nürnberg, Erlangen, Frankfurt und Hamburg realisiert, zuletzt (2009) ein größeres Projekt in der Zentrifuge. Der Katalog zu jetztkunst in der Zentrifuge kann unter diesem Link herunter geladen werden. 
Aktuell suche ich für jetztkunst jemand, der die Website (Drupal) kostenlos (und mit der Option auf eine Beteiligung) überarbeitet und weiter entwickelt. 

AMMANN / HORN - Instant Auditives 2.0 UKO

Eine Veranstaltung im Rahmen des Noworkingspace der Zentrifuge.
Günter Horn: Manipulierte Gitarre
Michael Ammann: Phonetik

Zentrifuge, Ostermayr Passage / Weinerei
Königstraße 33-37, 90402 Nürnberg
06.05.2015 20:30 Uhr
Eintritt frei - Spende erbeten
Ammann/Horn arbeiten im Bereich der Akustischen Kunst. Unter Verwendung der klassischen, aber nicht im traditionellen Kontext verwendeten Klangerzeuger Gitarre und Stimme, untersuchen sie abstrahierend-improvisatorisch die Bandbreite ihrer Klangquellen und deren Vernetzung im stereophonen Raum. Beide Quellen werden bis auf die Verwendung eines analogen Hallgeräts elektronisch nicht verfremdet.
Prozessuale Versuchsanordnung: Die Künstler forschen maximal intuitiv in Echtzeit in den Spannungsfeldern Nähe und Kontrast. Relevante Parameter sind vornehmlich Dynamik, Raum, Dichte, Klangschöpfung, Be-und-Entschleunigung, Stille, Zufall, Klangverschmelzung, Kon-und-Dekonstruktion von Klängen und Klangverläufen.
Wesentlich ist die Fokussierung auf Klangpartikel, jedes noch so leise Geräusch, jeder Mikroklang bekommt als klangskulpturales Bauteil in diesem Zusammenspiel Bedeutung. So wird mittels einer speziellen Mikrofonierung versucht einen Klangraum zu erschaffen, als würde man sich innerhalb des Korpus der Gitarre oder im Mundraum befinden.
Über die Lautsprecher soll eine Spreizung der Instrumentalräume erreicht werden. Diese holophone Übertragungstechnik ermöglicht zudem, Klänge im Raum zu platzieren, zu bewegen und mit spatialer Nähe und Tiefe zu agieren.



Zentrifuge Newsletter Februar 2015

Mit diesem Newsletter erhalten Sie Infos zu: Magazin PILOT, CreativeMonday, Engineering 2050, Forschende Kunst und Noworkingspace mit dem neuen Format "Was wäre, wenn ...".
Die dritte Ausgabe des Zentrifuge Magazins PILOT geht im März in die Produktion. Bis Ende Februar können noch Anzeigen geschaltet werden. 
Der 17. CreativeMonday im neuen museum Nürnberg war wieder sehr gut besucht und bot viele Einblicke in die Kreativszene der Region. U.a. präsentierte sich das soeben aus der Taufe gehobene Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft erstmals der Öffentlichkeit und auch eine Delegation aus Regensburg war vor Ort. Den Rückblick von Eva Poll können Sie ---> hier nachlesen. 
Das interdisziplinäre Projekt Engineering 2050 an der Schnittstelle von Technik, Kunst und Gesellschaft zündet die nächste Stufe mit einer Ausarbeitung der künstlerischen Vision von Ignazio Tola für den Anlagenbau der Zukunft. Wir präsentieren Engineering 2050 demnächst in Brüssel und auch bei der IPEC 2050 in Nürnberg. Aktuell sind die Initiatoren des Projekts im Gespräch mit potenziellen Technologiepartnern. Die gegenwärtige Phase wird unterstützt durch die Kulturstiftung der IHK Nürnberg.
Forschende Kunst geht im April mit dem Thema "Perspektiven des Alterns" in die dritte Runde (noch sind Plätze frei, auch Sponsoren sind herzlich willkommen). Das Thema für Forschende Kunst Nr. 4 ist schon in Arbeit - im Herbst werden sich die künstlerisch Forschenden dem interkulturellen Dialog widmen. Die letzte Expedition mit dem ästhetischen Prozess begab sich in das Reich von Wert, Moral und Gefühl. Der Rückblick kann ---> hier nachgelesen werden.
Der Noworkingspace, den die Zentrifuge an ihrem neuen Standort in der Weinerei (Ostermayr Passage) auf den Weg bringt, hat bereits einige inspirierende Abende in kleinen Runden hervor gebracht (immer Mittwochs 18-21 Uhr, Gäste sind willkommen!). Der Noworkingspace bietet einen Denk- und Begegnungsraum an jenseits von Arbeit und Konsum und will neue Perspektiven auf Leben und Arbeiten eröffnen. Nina Metz hat gemeinsam mit Otmar Potjans das Format "Was wäre, wenn ..." entwickelt - das öffentliche Gespräch im Noworkingspace (alle 2 Monate, das nächste Mal am 18. März zum Thema "Was wäre, wenn wir einfach handeln würden").