jetztkunst im Z-Bau (2001)

Anlässlich der umfangreichen Renovierung des Z-Baus, der im Oktober 2015 eröffnet wird, hier ein Rückblick auf die jetztkunst Ausstellung ebendort vor mittlerweile 14 Jahren:


An die 40 jetztkunst Künstler präsentierte ich 2001 ich im Rahmen einer jetztkunst Gruppenausstellung im Z-Bau. Kuratorisch wurde ich dabei von Dr. Annegret Winter unterstützt, die Initiative und Organisation lag in meinen Händen, für die Grafik war Thomas Bode zuständig. Da wir damals eine im Sommer 2001 von Kobale Immobilien zugesagte Baustelle in der Bartholomäusstraße kurzfristig nicht wie geplant bespielen konnten - das Baureferat hatte einen Baustopp und ein Betretungsverbot ausgesprochen - mussten wir kurzfristig umdisponieren und fanden mit knapp einem Monat Vorlauf Unterschlupf im Z-Bau. Knapp 2 Wochen waren wir damit beschäftigt, die dortigen noch im Dornröschenschlaf liegenden Räume im künftigen Ateliertrakt von Müll und Bauschutt zu befreien, zu putzen, zu streichen und Elektrik für die Beleuchtung zu verlegen. Dann blieben uns noch ca. 4 Tage für den Ausstellungsaufbau. Zum Glück hatten einige Künstler beherzt mit angepackt - besonders hilfreich waren Anders Theorell, der mir dabei half, über einige Tage und Nächte die Elektroleitungen zu verlegen und das Licht einzubauen. Auch erinnere ich mich, dass Volker Schildmann und Rubin Hirschbeck sehr hilfreich und engagiert waren - unter anderem packten sie beim Weißeln der Wände mit an und beim Herausschleppen von gefühlt über einer Tonne Bauschutt. Die Z-Bau GmbH hatte damals von dieser Aktion sehr profitiert, haben wir doch für sie in weiten Teilen vermüllte Räume innerhalb kürzester Zeit in einen präsentablen Atelier- und Ausstellungsbereich umfunktioniert - und das kostenlos. 
Obwohl zur Eröffnung ca. 600 Besucher kamen und auch die sonstigen Programmangebote sehr gut besucht waren, wurde leider nichts gekauft. Mein nächstes, gemeinsam mit Reinhard Knodt und Monika Teepe umgesetztes Projekt war dann 2005/06 der Kultursalon im Hauptbahnhof - ein Zwischennutz im ehemaligen Steigenberger Restaurant. Hier präsentierte ich u.a. die Künstler Frank Johannes und Pit Kinzer. Die Fläche, die über mehrere Jahre leer stand, wurde durch unsere Kulturprojekt wiederbelebt und konnte nach knapp einem Jahr wieder lukrativ vermietet werden (leider nicht an uns, da wir die von der Bahn für eine längerfristige Nutzung verlangte Miete nicht hätten zahlen können). 2008 initiierte ich dann die Zentrifuge Auf AEG, die wir fast sechs Jahre lang an diesem Standort halten konnten. 
Mit einigen jetztkunst-Künstlern (u.a. Chunqing Huang, Anders Theorell, Frank Johannes, Alexander Schräpler, Volker Schildmann, Monika Meinhart, Marvin Entholt, Christoph Haupt) hatte ich im Laufe der Jahre noch ein gutes Dutzend weiterer Ausstellungen in Nürnberg, Erlangen, Frankfurt und Hamburg realisiert, zuletzt (2009) ein größeres Projekt in der Zentrifuge. Der Katalog zu jetztkunst in der Zentrifuge kann unter diesem Link herunter geladen werden. 
Aktuell suche ich für jetztkunst jemand, der die Website (Drupal) kostenlos (und mit der Option auf eine Beteiligung) überarbeitet und weiter entwickelt. 

AMMANN / HORN - Instant Auditives 2.0 UKO

Eine Veranstaltung im Rahmen des Noworkingspace der Zentrifuge.
Günter Horn: Manipulierte Gitarre
Michael Ammann: Phonetik

Zentrifuge, Ostermayr Passage / Weinerei
Königstraße 33-37, 90402 Nürnberg
06.05.2015 20:30 Uhr
Eintritt frei - Spende erbeten
Ammann/Horn arbeiten im Bereich der Akustischen Kunst. Unter Verwendung der klassischen, aber nicht im traditionellen Kontext verwendeten Klangerzeuger Gitarre und Stimme, untersuchen sie abstrahierend-improvisatorisch die Bandbreite ihrer Klangquellen und deren Vernetzung im stereophonen Raum. Beide Quellen werden bis auf die Verwendung eines analogen Hallgeräts elektronisch nicht verfremdet.
Prozessuale Versuchsanordnung: Die Künstler forschen maximal intuitiv in Echtzeit in den Spannungsfeldern Nähe und Kontrast. Relevante Parameter sind vornehmlich Dynamik, Raum, Dichte, Klangschöpfung, Be-und-Entschleunigung, Stille, Zufall, Klangverschmelzung, Kon-und-Dekonstruktion von Klängen und Klangverläufen.
Wesentlich ist die Fokussierung auf Klangpartikel, jedes noch so leise Geräusch, jeder Mikroklang bekommt als klangskulpturales Bauteil in diesem Zusammenspiel Bedeutung. So wird mittels einer speziellen Mikrofonierung versucht einen Klangraum zu erschaffen, als würde man sich innerhalb des Korpus der Gitarre oder im Mundraum befinden.
Über die Lautsprecher soll eine Spreizung der Instrumentalräume erreicht werden. Diese holophone Übertragungstechnik ermöglicht zudem, Klänge im Raum zu platzieren, zu bewegen und mit spatialer Nähe und Tiefe zu agieren.